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workeer – eine Initiative zur Arbeitsvermittlung für Flüchtlingen

Als David Jacob (24) und Philipp Kühn (25) im Sommer 2015 ihr Bachelorabschlussprojekt an der HTW Berlin vorstellen, eine webdesignte Arbeitsvermittlungsplattform explizit für Flüchtlinge, ahnen sie noch nicht, auf welche Resonanz das Projekt stoßen wird. Für sie bietet sich mit workeer lediglich „eine gute Chance aus persönlichem politischen Interesse, konkretes politisches Handeln werden zu lassen“. Damit treffen sie genau den Nerv der Zeit: Die Flüchtlingsdebatte beherrscht die Medien und insbesondere auch das Thema der Eingliederung der Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt erhitzt die Gemüter.

Der Name der Plattform setzt sich aus den Wörtern „work“ und „here“ zusammen und beschreibt somit den Sinn hinter dem Onlineportal. Aktuell sind 1686 Jobs zur Vermittlung ausgeschrieben und 963 Bewerber haben sich auf der Plattform registriert (Stand: 30.10.2015). Ein enormer Erfolg.

Stellenangebote werden insbesondere auch von Personaldienstleistern in das Portal eingestellt. Sie nehmen eine wichtige vermittelnde Funktion zwischen Bewerbern und Unternehmen ein. Wie immer gibt es auch hier „schwarze Schafe“ unter den Anzeigen und viele Stellenangebote befinden sich im Niedriglohnsektor. Nichtsdestotrotz präsentiert workeer zumindest eine Möglichkeit sich dem Problem der Arbeitsvermittlung auf diesem neu entstandenen bzw. stark gewachsenen Markt zu widmen.

Da ist zum Beispiel ein 28-Jähriger, der vor gut einem Jahr von Gizeh nach Dortmund geflohen ist und nun ein Praktikum oder eine Festanstellung als Zahnarzt sucht. Sein workeer-Profil gibt Informationen über seinen bisherigen beruflichen Werdegang: Seit der ehemalige Ägypter sein Studium im Jahr 2010 abgeschlossen hat, arbeitete er in Gizeh als Assistenzzahnarzt und Zahnarzt. Seine Berufserfahrung half ihm dabei im Frühjahr dieses Jahr eine Assistenzzahnarztstelle in Dortmund anzutreten – allerdings begrenzt auf drei Monate. Seitdem sucht er weiter und hofft dabei auch auf das Vermittlungspotenzial von workeer. Die Gründer der Plattform bedauern, dass das Feedback von erfolgreichen Vermittlungen bisher „noch sehr vereinzelt und nicht sehr konkret“ ist. Für die Zukunft wünschen Sie sich zu erfahren, ob dem jungen Zahnarzt durch Ihre Plattform eine berufliche Perspektive geboten wurde.

Zudem wird zurzeit an einer englischen Version der Seite sowie an einem Verfahren zur Bewerberprüfung gearbeitet (über eine Stellenanzeige eines Softwareunternehmens meldete sich über workeer eine Frau ohne Flüchtlingshintergrund). Doch all diese Bemühungen bringen nichts, wenn die Politik den Flüchtlingen weiterhin Steine in den Weg legt z.B. durch das Warten auf die Arbeitserlaubnis oder das Vorrangprinzip.

Fazit: Es bleibt spannend wie sich die Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren werden. Initiativen wie workeer, sind erfolgversprechende und zielführende Möglichkeiten.


Zitate und Bilder: www.workeer.de


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